Manfred Edlinger und Manuel Reigner gewannen die Meisterschaft im Bewerb „Mechatronik“. Jetzt fahren sie zur Weltmeisterschaft.
„Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Manuel Reigner. „Höchstens darauf gehofft“, ergänzt Manfred Edlinger. Die zwei 21-jährigen ÖBB-Mitarbeiter sind frisch gebackene Staatsmeister. Sie waren bei den Berufsstaatsmeisterschaften in der Disziplin „Mechatronik“ siegreich. „Das ist eine der schwierigsten Disziplinen“, betont ihr Trainer Stefan Cohrs.
Um das zu erreichen, trainierten Manfred und Manuel monatelang – und das außerhalb ihrer Arbeitszeit. Warum haben sie sich das angetan? „Erstens hat es Spaß gemacht. Und zweitens schaut so ein Titel gut im Lebenslauf aus“, erklärt Manuel. „Außerdem können wir auf diese Weise vertiefen, was wir in der Lehre gelernt haben“, meint Manfred.
Spezialisten auf ihrem Gebiet
Die Lehre zum/zur MechatronikerIn dauert dreieinhalb Jahre (siehe Artikel unten). In dem Beruf beschäftigt man sich mit Maschinen, die sowohl aus mechanischen als auch aus elektronischen Komponenten bestehen. Darüber hinaus spielt der Bereich Informatik eine wesentliche Rolle. „In unserem Team hat sich Manfred auf das Zusammensetzen der Bauteile und Manuel auf das Programmieren des Betriebssystems spezialisiert“, erklärt Stefan Cohrs. „Natürlich können beide beides. Aber in der kurzen Zeit, die den Teams im Bewerb zur Verfügung steht, muss man sich auf eine Sache konzentrieren.“
Bei den Berufsmeisterschaften müssen die TeilnehmerInnen eine kleine Modellmaschine nach bestimmten Anforderungen zusammenbauen und zum Laufen bringen. Als Staatsmeister haben sich Manfred und Manuel für die „World Skills“-Berufsweltmeisterschaft qualifiziert, die dieses Jahr in London ausgetragen wird. Sind sie schon aufgeregt? „Es geht“, sagt Manfred. „Vor der Staatsmeisterschaft war ich sehr aufgeregt. Aber jetzt wissen wir schon, wie so etwas abläuft.“ Ihr Trainer meint lachend: „Wahrscheinlich bin ich aufgeregter als sie.“
ÖBB größter technischer Lehrlingsausbilder
Bei den ÖBB machen rund 1.900 junge Menschen eine Lehre. Damit sind die ÖBB der größte technische Lehrlingsausbilder in Österreich. Übrigens sind mehr als 300 dieser Lehrlinge Mädchen. Das ist ein Zuwachs um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Stand von 2005. Auch Manfred und Manuel haben ihre Lehre bei den ÖBB gemacht. Aber wieso Mechatronik? „Ich habe mich immer schon für Computer interessiert“, sagt Manuel, „und auch für Pneumatik, zum Beispiel in Zusammenhang mit Paintball spielen.“ Und Manfred meint: „Ich habe als Kind alles auseinandergenommen und nachher wieder zusammengesetzt. Wenn es irgendwo was zum Reparieren gegeben hat, habe ich es gemacht.“
Der Teilnahme an der WM sehen die beiden gelassen entgegen: „Wir fahren mal hin und schauen, was passiert“, meinen sie. Aber ein Sieg wäre natürlich etwas ganz Besonderes. Und wenn man genau hinsieht, erkennt man doch ein wenig Aufgeregtheit in ihren Gesichtern. City & Life wünscht ihnen viel Glück!






