Mit ein paar Tricks zur besseren Note: LernQuadrat-Chef Konrad Zimmermann weiß, wie man’s richtig macht.

19. Jul. 2012PrintArtikel senden

City & Life: Hatten Sie früher auch Probleme beim Lernen?
Konrad Zimmermann:
Ich war ein Star in der Volksschule. Im Simmering der Nachkriegszeit war das Interesse der Eltern an Bildung gleich null. Die anderen waren deshalb alle ziemlich schlecht.
Aber in der AHS bin ich dann komplett abgestürzt. Und habe – so wie viele Schülerinnen und Schüler auch noch heute – die Schuld bei mir gesucht. Ich hab’ mir beim Lernen wirklich schwer getan. Das hatte auch familiäre Gründe. Ich hatte schon eine Nachprüfung: in Deutsch. Und alles, was ich damals pauken musste, stimmt heute nicht mehr: Das nennt sich Rechtschreibreform.
Die HTL war für mich überhaupt die härteste Zeit im Leben. Ohne meine Frau, eine Schulkollegin von damals, hätte ich wahrscheinlich die Schule nicht „überlebt“. In dieser Zeit habe ich begonnen, mich mit Lerntechnik zu befassen. Mit Erfolg: Ich habe mit Auszeichnung maturiert.

Was sind die häufigsten Probleme, die Jugendliche haben?
Erstens Probleme in der Familie. Der Einzige, der am Nachmittag zu Hause spricht, ist der Fernseher. Zweitens Konzentrationsprobleme: Wer nicht genug schläft und sich nicht entspannt – weil im Chat so viel „Wichtiges“ los ist oder 150 TV-Kanäle locken –, der kann sich nicht konzentrieren. Das gilt im Sport wie beim Lernen.

Wie gelingt es, sich besser zu motivieren?

Der wesentliche Faktor für Motivation ist der Lehrer. Nur leider kann man das in der Schule kaum beeinflussen. Gute Lehrerinnen und Lehrer wissen: Der Schüler oder die Schülerin muss aus der Stunde motiviert rausgehen.

Spielt Ernährung eine Rolle?
Mit der falschen Ernährung kann man viel kaputt machen. Zu viel Fett in Wurst und Pommes, Kohlehydrate im Burger und Cola machen träge und krank. 30 Prozent der Kinder sind schon fettleibig! Wer körperlich nicht mehr beweglich ist, verliert auch die geistige Beweglichkeit. Nüsse, Fisch, Obst, Fruchtsäfte und Leitungswasser sind das Geheimnis. Kurz Brainfood. Dazu gibt’s beim LernQuadrat gratis das Büchlein „Mit Brainfood zum Sehr gut!“.

Machen Lerngruppen mit den FreundInnen Sinn?

Das beste Lernen findet in der Dreier- bis Fünfer-Gruppe statt. Das ist wissenschaftlich längst erwiesen. Wer keinen Freund hat oder wenn zu Hause niemand ist, der das unterstützt, dann gibt’s genau diese Lerngruppen im LernQuadrat. Stichwort „Peergroup“: Wir setzen es schamlos ein, dass Jugendliche den Gleichaltrigen am meisten glauben.

Wie sollte der Arbeitsplatz daheim gestaltet sein?
Hell und ohne Spiegelungen. Der Lernplatz sollte nicht der Schlafplatz oder Ruheplatz sein. Leider lernen vor allem Mädchen so gerne auf dem Bett. Das ist vollkommen falsch. Der Platz sollte auch aufgeräumt sein. Aber probieren Sie das mal bei einem Pubertierenden!

Welche Tipps geben Sie Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten?
Selbstvertrauen entwickeln: Wenn du dich gut vorbereitest, kannst du mehr, als du glaubst.

Noch mehr konkrete Tipps?
Beginne deine Lerneinheit am besten mit etwas Leichtem, zum Beispiel einer Wiederholung. Du wirst sehen, nach dieser Aufwärmübung verstehst du auch den schweren Stoff besser. Mach zwischendurch Pausen: Fenster öffnen, Buch zuklappen und tief einatmen. Schreib eine Fehlerliste. So siehst du, wo du zum Beispiel bei Rechtschreibung oder Mathematik-Formeln besonders oft Fehler machst. Schalte dir zum Lernen deine Lieblingsmusik ein. Besser aber nichts zu Stressiges und Schnelles.

Infos
LernQuadrat

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